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Breitbandkommunikation

Unter Breitbandkommunikation versteht man den Austausch von Informationen mit einer Übertragungsrate von mindestens 2 Mbit/s. Wenn heutzutage von Breitbandkommunikation gesprochen wird, ist meist ein Breitband-Internetzugang gemeint. Breitband-Internetzugänge sind heutzutage weit verbreitet und werden in Deutschland meist durch die DSL-Technologie realisiert.

Definition

Bandbreite bezeichnet die Übertragungsrate einer Leitung [Kurose, 2002]. Sie wird in Bit pro Sekunde (bps) gemessen. Unter Breitbandkommunikation versteht man laut Brockhaus [Brockhaus, 2008] „den Transfer oder Austausch von Informationen über Systeme zur Datenübertragung mit einer Bandbreite von […] mindestens 2 MBit/s“. Wenn heutzutage von Breitbandkommunikation gesprochen wird, ist meist ein Breitband-Internetzugang gemeint.

Es existiert keine einheitliche Definition, ab welcher Datenübertragungsrate von Breitbandkommunikation gesprochen wird. Die Internationale Fernmeldeunion (ITU) spricht ab 2048kbit/s von Breitbandverbindungen [International Telecommunication Union, 2008].

Technische Realisierung

Es bestehen verschiedene technische Möglichkeiten, um eine Breitbandverbindung zum Internet herzustellen. Diese unterscheiden sich teilweise stark in der nutzbaren Bandbreite. Dabei wird zwischen Hin- und Rückkanal unterschieden (Down- und Upstream) [Fornefeld, 2006]. In der Studie „Gesamtwirtschaftliche Auswirkungen der Breitbandnutzung“ des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie [Fornefeld, 2006], [ITU-T G.993.1] und [ITU-T G.993.2] werden folgende technischen Zugangsmöglichkeiten aufgeführt:

  • Festnetz (Fixed-Line-Access)
    • Digitale Festverbindungen (Leased-Lines)
    • DSL (Digital-Subscriber-Line): bis zu 16 Mbis/s
    • V-DSL1: bis 50Mbit/s
    • V-DSL2: bis 500Mbit/s
    • Powerline: Anschluss über das Stromkabel, theoretisch bis 2 Mbit/s, typischerweise auf der letzten Meile 180 bis 480 kbit/s
    • Internet via TV-Kabel: 2 bis 8 Mbit/s
    • Fibre-To-The-Node-Home (FTTh): Glasfaserbasierter Kundenanschluss, 10 bis 1000Mbit/s
  • Funknetz (Fixed-Radio-Access)
    • Wireless-Local-Area-Network (W-LAN): 11 Mbit/s oder 54 Mbit/s
    • Worldwide Interoperability for Microwave Access (WiMAX): 1 bis 6 Mbit/s (zukünftig bis 134Mbit/s)
  • Mobilfunk (Mobile-Radio-Access)
    • Universal Mobile Telecommunications System (UMTS): theoretisch bis 2 Mbit/s, aktuelle Netze 384 kbit/s
  • Satellit
    • Hinkanal: 768 kbit/s bis 16 Mbit/s, Rückkanal oftmals per Telefonanschluss

    Hierzu muss angemerkt werden, dass in Deutschland derzeit kaum Alternativen zu DSL vorhanden sind. Die Breitbandinfrastruktur im TV-Kabelnetz ist derzeit noch nicht stark ausgebaut. Eine Glasfaserinfrastruktur ist in Ballungsgebieten für Geschäftskunden vorhanden. [Fornefeld, 2006] 

    Verbreitung

    In Abbildung 1 und Abbildung 2 ist die weltweite Verbreitung von Breitband-Internetanschlüssen im Jahre 2011 dargestellt. In den OECD Statistiken wird seit einigen Jahren zwischen festnetzbasierten Anschlüssen und kabellosen Anschlüssen unterschieden.

     Festnetzbasierte Breitbanddichte weltweit

    Abb. 1: Festnetzbasierte Breitbanddichte weltweit [OECD, 2011]

     Kabellose Breitbanddichte weltweit

    Abb. 2: Kabellose Breitbanddichte weltweit [OECD, 2011]

    Eine große Herausforderung stellt nach wie vor die Anbindung von ländlichen Gebieten an Breitbandkommunikationsnetzen dar. Aufgrund der kleineren Einwohnerdichte ist der Ausbau von Glasfasernetzen als auch von DSL Netzen in vielen Fällen nicht rentabel. Daher hat die Politik verschiedene Förderprogramme gestartet, um den Ausbau voranzutreiben und mögliche kostengünstige Technologien zu erproben [Haag, 2008].

    Realisierte Dienste

    In [Fornefeld, 2006] werden verschiedene Kommunikations- und Anwendungsdienste, die durch Breitbandinternetzugänge realisiert werden, genannt:

    • Basisdienste
      • E-Mail
      • Internettelefonie (VoIP): bekanntes Beispiel: Skype [Skype, 2008]
      • Videotelefonie
      • Instant-Messaging: bekanntes Beispiel ICQ [ICQ, 2008]
    • Zusatzdienste
      • Entertainment: Internet-Fernsehen, Online-Spiele
      • E-Commerce B2C: Business-to-Customer. Kommunikations- und Handelsbeziehungen zwischen Unternehmen und Privatpersonen. Beispiel: Online-Einkaufen
      • E-Commerce B2B: Business-to-Business. Kommunikations- und Handelsbeziehungen zwischen Unternehmen. Beispiel: Bestellungen und Lieferbestätigungen über das Internet abwickeln
      • Online-IT-Services / Business-Process-Outsourcing: Der Support und die Wartung für IT-Systeme wird über das Internet durchgeführt. Einzelne Unternehmensfunktionen werden an Drittunternehmen ausgesourced. Beispiel: Röntenbilder aus amerikanischen Krankenhäusern werden von Ärzten in Indien analyisert.
      • Home-Office / Telearbeit
      • E-Government: Behördengänge über das Internet abwickeln. Beispiel: Wohnsitz online ändern; Steuererklärung online erstellen.
      • E-Health: Patientenportale; Zugriff auf eigene Patientendaten über das Internet, wie beispielsweise Röntgenbilder
      • E-Learning: Verteilung von Lerninhalten und Übungsaufgaben über das Internet.

    Marktvolumen und Nutzerzahlen

    Eine aktuelle Studie aus dem Jahr 2011 ist in Abb. 3 zu sehen. Sie besagt, dass im Jahre 2011 in Deutschlang ein Umsatz von 12,6 Mrd. € mit Internetzugängen gemacht wird.

    Internetzugänge in Deutschland

    Abb. 3: Internetzugänge in Deutschland [BITKOMa, 2011]

    Weiterführende Informationen

    Viele Informationen zu Breitband-Internet, dessen Verbreitung und dessen wirtschaftlichen Auswirkungen findet man auf den Seiten des Breitbandportals des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie [Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie, 2008]

    Der „Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien e.V.“ (BITKOM) bietet auch viele Informationen zu Breitband-Internet an. [BITKOM, 2008]

    Literatur

    Brockhaus: http://www.brockhaus-enzyklopaedie.de/be21_article.php. zugegriffen am 30.06.2008.

    Kurose, J.; Ross, K.: Computernetze. Ein Top-Down-Ansatz mit Schwerpunkt Internet. Pearson Studium 2002.

    Helmut Haag: 100 MBit/s aufs Land, VDE Verlag, 2008.

    International Telecommunication Union: http://www.itu.int/osg/spu/publications/birthofbroadband/faq.html. zugegriffen am 13.8.2011

    International Telecommunications Union: ITU-T G.993.1 / VDSL1.

    International Telecommunications Union: ITU-T G.993.2 / VDSL2.

    Martin Fornefeld, Peter Oefinger, Tim Braulke: Gesamtwirtschaftliche Auswirkungen der Breitbandnutzung, Studie im Auftrag des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie, März 2006, http://www.zukunft-breitband.de/BBA/Navigation/Service/publikationen,did=238482.html. zugegriffen am 13.8.2011

    OECD: Broadband Portal. http://www.oecd.org/document/0,3746,en_2649_34225_38690102_1_1_1_1,00.html. Zugegriffen am 13.08.2011

    Skype, http://www.skype.de/. zugegriffen am 13.8.2011

    ICQ: http://www.icq.com/. zugegriffen am 13.8.2011

    Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie: Breitbandportal, http://www.zukunft-breitband.de/. zugegriffen am 13.8.2011

    BITKOM, Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien e.V., http://www.bitkom.org/. zugegriffen am 13.8.2011

    BITKOMa: Geschäft mit Internetzugängen, zitiert in http://www.vodafone-angebote-news.de/9514-umsatz-mit-internetzugaengen-in-deutschland-waechst-auf-136-mrd, zugegriffen am 13.08.2011

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    Zuletzt bearbeitet: 27.08.2011 22:05
    Letzter Abruf: 25.05.2012 05:49
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