Elektronischer Marktplatz
Der Begriff des elektronischen Marktplatzes bezeichnet einen virtuellen Markt innerhalb eines übergeordneten Datennetzes, etwa dem Internet, auf dem Mechanismen des marktmäßigen Tausches von Gütern und Leistungen informationstechnisch realisiert werden.
Begriff des elektronischen Marktplatzes
Es gibt unterschiedliche Auffassungen, was unter dem Begriff elektronischer Marktplatz (auch elektronischer Markt, E-Marketplace, digitaler Markplatz oder virtueller Marktplatz) zu verstehen ist. Allen Definitionen ist jedoch gemein, dass sie elektronische Märkte als interorganisatorische Informationssysteme sehen, über die Akteure in einer definierten Rolle (Anbieter, Nachfrager, Makler [Kollmann 2007, S. 390]) mithilfe eines festgelegten Preisbildungsmechanismus Produkte und Dienstleistungen handeln.
[Schmid 1993, S. 468]
Aus Unternehmenssicht dienen elektronische Marktplätze für elektronischen Verkauf, Electronic Commerce, oder elektronischen Einkauf, Electronic Procurement. Elektronische Marktplätze sind also Handelsplattformen innerhalb von E-Business. Es existieren ebenso elektronische Marktplätze mit oder zwischen Endkunden und öffentlichen Einrichtungen.
Elektronische Märkte basieren auf Informationssystemen, die einzelne oder alle Phasen einer Markttransaktion elektronisch unterstützen, integrieren oder sogar automatisieren. Die Transaktionskoordination durch elektronische Märkte kann als informationsverarbeitende Einrichtung verstanden werden (Elektronischer Markt im engeren Sinne), deren Leistung über eine einfache Unterstützung der Kommunikationsphase (Elektronischer Markt im weiteren Sinne) hinausgeht.
Charakteristika elektronischer Marktplätze
Wichtige Charakteristika und Vorteile elektronischer Märkte sind [Schmid 1993, S. 465]:
- Elektronische Unterstützung der Koordinationsmechanismen eines Marktes. Dies erfolgt in Form einer vollständigen elektronischen Koordination (etwa Preisbildung) oder durch einfache Koordinationsunterstützung (etwa Preisinformation).
- Vereinfachung der Aktivitäten der Informationsbeschaffung und -auswertung. Die Informationsasymmetrie zwischen den Marktteilnehmer soll durch erhöhte Markttransparenz verringert werden.
- Verringerung der zeitlichen und räumlichen Distanz. Der Wegfall räumlicher und zeitlicher Begrenzung ermöglicht den Marktpartnern eine spontane und standortunabhängige Teilnahme an Märkten.
- Die Gleichberechtigung der Marktpartner. Dies soll durch die Freiwilligkeit ihrer Teilnahme am Marktgeschehen und die Offenheit des Marktzugangs unterstützt werden.
- Teilnehmer an elektronischen Märkten sind menschliche Akteure. Dementsprechend wird das Marktgeschehen auch durch menschliche Interpretation der Marktsituation beeinflusst.
Literatur
Kollmann, Tobias: E-Business. 2. Aufl., Wiesbaden : Gabler, 2007.
Laudon, Kenneth C.; Laudon, Jane P.; Schoder, Detlef: Wirtschaftsinformatik: Eine Einführung. 1. Aufl., München : Pearson Studium, 2006.
Schmid, Beat: Elektronische Märkte. In: WIRTSCHAFTSINFORMATIK 35 (1993), Nr. 5, S. 465-480.
Picot, Arnold; Reichwald, Ralf; Wigand, Rolf: Die grenzenlose Unternehmung. 5. Aufl., Wiesbaden : Gabler, 2003.
Wirtz, Bernd: Medien- und Internetmanagement. 5. Aufl., Wiesbaden : Gabler, 2006.
Zerdick, Axel; Picot, Arnold; Schrape, Klaus: Die Internet-Ökonomie. 3. Aufl., Berlin : Springer, 2001.

