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Geo-Informationssystem

Geo-Informationssysteme (GIS) sind im Unternehmensbereich eingebettet in die IT-Landschaft und übernehmen dort raumbezogene Datenverarbeitungsaufgaben. Dabei werden Daten des eigenen Unternehmens (Kundendaten, Warenströme, Filialnetze etc.) raumbezogen verortet und mit Daten anderer (z. B. Geobasisdaten der öffentlichen Hand, Geomarketingdaten) räumlich ausgewertet und visualisiert.

Raumbezug in Unternehmen

Etwa 80% der Entscheidungen in einem Unternehmen oder einer Verwaltung  haben ein Raumbezug, z. B. in Form von Koordinaten (2D-zweidimensional, 3D-dreidimensional), Gebietskennziffern (Postleitzahlen, Gemeindekennziffer), Adressen (Stadt, Straße/Hausnummer) u. a. Die Verarbeitung raumbezogener Daten geschieht mittels Geo-Informationssystemen (GIS). Diese sind inzwischen gängiger Bestandteil der IT-Landschaft. Unternehmen nutzen derartige georeferenzierte Daten (sogenannte Geodaten), um Kunden zu betreuen (Customer Relationship Management, Absatzplanung), um eigene Datenbanken und Informationssysteme um die Raumkomponente zu erweitern und um räumliche Auswertungen und Visualisierungen zum Filialnetz, zu den Produktionsstandorten, zur Außendienststeuerung oder in der Logistik durchzuführen. Hier hat sich unter dem Stichwort „Geomarketing“ eine neues disziplinenübergreifendes Instrument der Unternehmensführung und des Marketings entwickelt [Herter, Mühlbauer 2008; Tappert 2007].

Definition

„Ein Geo-Informationssystem ist ein rechnergestütztes System, das aus Hardware, Software, Daten und den Anwendungen besteht. Mit ihm können raumbezogene Daten digital erfasst und redigiert, gespeichert und reorganisiert, modelliert und analysiert sowie alphanumerisch und graphisch präsentiert werden“ [Bill 1999a]. In verschiedenen Anwendungsgebieten entstehen spezielle Ausprägungen von GIS, wie z. B. KGIS (Kommunales GIS), LIS (Land-IS), NIS (Netz-IS), UIS (Umwelt-IS), RIS (Raum-IS) und FIS (Fach-IS). GIS bezeichnet sowohl eine Technologie, Produkte als auch Vorhaben zur Bereitstellung von Geodaten/Geoinformationen [Bill 1999a, Bill 1999b].

GIS-Einsatz

Nachdem in den beiden vergangenen Jahrzehnten die öffentliche Hand in Form der Geobasisdaten (z. B. Daten zu Liegenschaften und zur Topographie) und einzelne Unternehmenssparten wie die Ver- und Entsorgungswirtschaft (z. B. Daten zur Leitungsdokumentation) umfangreiche Geodatenbestände aufgebaut haben, ist aktuell eine zunehmende Verbreitung des GIS-Einsatzes in Unternehmen und Verwaltungen zu verzeichnen, die sich speziell auch der Internettechnologie bedient. Die öffentliche Verwaltung nutzt Geodaten verstärkt in Bereich des E-Government (dann GeoGovernment genannt), um gängige Verwaltungsvorgänge im kommunalen Bereich abzubilden.

Literatur

Bill, Ralf: Grundlagen der Geo-Informationssysteme. Band 1. Hardware, Software und Daten. 4. Auflage, Heidelberg : Wichmann, 1999.

Bill, Ralf: Grundlagen der Geo-Informationssysteme. Band 2. Analysen, Anwendungen und neue Entwicklungen. 2. Auflage, Heidelberg : Wichmann, 1999.

Herter, Michael, Mühlbauer, Karl-Heinz: Handbuch Geomarketing. Heidelberg : Wichmann, 2008.

Tappert, Werner.: Geomarketing in der Praxis: Grundlagen – Einsatzmöglichkeiten – Nutzen. Karlsruhe : Harzer, 2007.

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Zuletzt bearbeitet: 12.11.2008 12:17
Letzter Abruf: 24.05.2012 03:38
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