Wissensintensität
Wissensintensität bemisst sich an einem hohen Wissensanteil im Vergleich zu Arbeit und Kapital in Leistung und Wertschöpfung. In wissensintensiven Unternehmen werden zumeist kundenspezifische Leistungen in Projektteams erstellt. Wissensintensive Aktivitäten erfordern Austauschprozesse, die mit verschiedenen Instrumenten gesteuert werden können.
Merkmale
Wissensintensität impliziert einen hohen Wissensanteil in der Wertschöpfung. Materielle Güter und muskelbasierter Arbeitseinsatz verlieren gegenüber wissensbasierten Operationen, Informationsverarbeitung und Expertenwissen an Gewicht (Ditillo, 2004, S. 401 f.; North, 2011, S. 14 f.).
Wissensintensität zeichnet sich durch die Nutzung vielfältiger Dokumente und Informationsquellen sowie komplexe Aufgabenstellungen ohne einheitliche Lösungswege oder Prozessabläufe aus. Sie erfordert hauptsächlich einen regen Austausch mit z. B. Experten, Kollegen oder Kunden; schwach strukturierte Vorgaben und Entscheidungsautonomie werden seltener mit Wissensintensität verbunden. Deshalb werden von Mitarbeitern fachliche, methodische und soziale Kompetenzen erwartet (Bahrs, Gronau, 2008, S. 47).
Bestimmung
Um den Grad der Wissensintensität zu bestimmen, werden die Dimensionen Wertschöpfungskette und Leistung betrachtet. Daraus ergeben sich die in Abbildung 1 dargestellten Idealtypen.

Abbildung 1: Bestimmung der Wissensintensität (entnommen aus North, 2011, S. 25)
Bewältigung
Die Bewältigung wissensintensiver Aktivitäten wird mit Informations- und Kommunikationstechnologie unterstützt, denn sie erfordern die kooperative, kommunikative und weitgehend selbstorganisierte (Be-)Schaffung und Anwendung von Wissen (Ditillo, 2004, S. 409). Die wichtigste Wissensquelle stellen Kollegen dar, gefolgt von Internet, Intranet und Softwareanwendungen, was die Relevanz von Austauschprozessen verdeutlicht. Diese können z. B. mit Kompetenzmanagement, Communities of Practice und Modellierungsmethoden gesteuert werden (Bahrs, Gronau, 2008, S. 46 f.).
Literatur
Ditillo, Angelo: Dealing with uncertainty in knowledge-intensive firms: The role of management control systems as knowledge integration mechanisms. In: Accounting, Organizations & Society, 29 (2004), S. 401-421.
Bahrs, Julian; Gronau, Norbert: Ungenutzte Potenziale im Wissensmanagement. In: Wissensmanagement, 3 (2008), S. 46-47.
North, Klaus: Wissensorientierte Unternehmensführung. Wertschöpfung durch Wissen. 5. Auflage. Gabler: Wiesbaden 2011.

